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Biografie - Hermann Kaubisch Zeichnungen

Hermann Kaubisch
Zeichnungen
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Biografie

Hermann Kaubisch wurde am 11.11.1917 in Dresden geboren. Er war ein später Nachkömmling des Fuhrunternehmers Heinrich Kaubisch und seiner zweiten Frau. Sein Vater war zum Zeitpunkt seiner Geburt 58 oder gar 60 Jahre alt. Seine Mutter starb wohl schon zwei Jahre danach. Er wuchs deshalb wohl mehr unter der Obhut seiner um die zwanzig Jahre älteren Schwester auf. Sein Vater heiratete ein drittes Mal.
 
Hermann Kaubisch besuchte eine der damals so genannten „Steiner-Schulen“, Vorläufer der heutigen Waldorf-Schulen. Welchen Abschluss er dort hatte, ist nicht bekannt. Es ist aber anzunehmen, dass es ein höherer Abschluss war, da er später im Krieg auch als Mathematiker tätig war. Er selbst hat über diese Zeit nur ganz wenig preisgegeben. Vermutlich war die Kindheit eher problematisch.
 
Nach der Schule studierte er an der Kunstakademie Dresden Malerei. Auch über diese Zeit ist wenig bekannt. Auch nicht, warum er diese Berufswahl getroffen hatte. Kunst war ihm wohl wichtig, denn er war regelmäßiger und häufiger Besucher der Gemäldegalerie und der Staatsoper. Offensichtlich illustrierte er gelegentlich Bücher und für Zeitungen.
 
1939 wurde er eingezogen. Zunächst nahm er wohl am Frankreich-Feldzug teil. Dort erwog er sich in den unbesetzten Teil im Südwesten abzusetzen, wurde aber von ihm bekannten Franzosen davon abgehalten, die ihn davor warnten, dass auch dieser Teil bald unter deutscher Kontrolle stehen könnte. Bis 1943 wurde er dann zum Kriegszug gegen die Sowjetunion eingeteilt. Er erzählte, dass er von Warschau bis Moskau gelaufen sei. Dort wurden sie zurückgeschlagen. „Da haben wir ordentlich den Arsch voll gekriegt“, pflegte er darüber zu sagen. Sehr viel mehr aber nicht, außer, dass ihm, der wie alle Soldaten schlechte Kleidung hatte, russische Frauen, in deren Häusern sie einquartiert worden waren, Handschuhe gestrickt hatten.
 
Über das, was er dort erlebt hat, hat er kaum gesprochen. Es wird schrecklich gewesen sein. Feuer ist für ihn zeitlebens ein Horror gewesen. Texte über Höhlen konnte er nicht mal lesen. 1943 wurde er dann schwerstverletzt. Ein junger Leutnant schrie wohl gerade auf ihn ein, als eine Granate einschlug. Der Leutnant bekam die Splitter in den Kopf, er in die Beine. Linksseitig gelähmt kam er zurück. Nachdem er sich mit Krücken wieder bewegen konnte, arbeitete er beim Theater in Brünn.
 
Mit dem Kriegsende kam er in amerikanische Gefangenschaft in Südfrankreich. Dort erklärte er sich bereit, sein gelähmtes Bein mit einer Testoperation behandeln zu lassen. Seine zerstörten Sehnen sollten durch Affensehnen ersetzt werden. Die Operation verlief, trotz einiger Splitter, die lebenslang in Bein blieben, erfolgreich. In der Gefangenschaft fiel einem amerikanischen Offizier, der im zivilen Leben vermutlich Kunsthändler war, seine künstlerische Qualität auf. Gegen Erleichterung im Lager, wies er ihn an, sein Büro auszumalen und schickte ihn ins Land um in der Umgebung von Arles unsignierte Bilder zu malen. Dieser Umstand verhalf ihm auch zu einer relativ schnellen Entlassung aus der Gefangenschaft. Er kehrt nach Dresden zurück und begann in der zerstörten Stadt als technischer Leiter bei der Volksbühne, dem späteren Apollotheater. Zur Eröffnung des Apollotheaters im August 1947 war er bereits als Ausstatter für Bühnenbild und Kostüme tätig. Dort lernte er auch Maja Felsch kennen, die als Ballettmeisterin arbeitete. Sie blieben ihr Leben lang zusammen, fast 57 Jahre. Der Tanz wurde eins seiner häufigsten künstlerischen Themen.
 
Die Arbeit unter sowjetischer Kontrolle war nicht einfach. 1951 flüchteten einige Mitglieder des Ensembles in Panik in die Westzonen, nachdem sich im Programmheft für die „Csardasfürstin“ ein Druckfehler eingeschlichen hatte. Dort stand nämlich statt des üblichen „Besetzungsänderungen vorbehalten“ diesmal „Besatzungsänderungen vorbehalten“.
 
Hermann Kaubisch führte inzwischen auch Regie und arbeitete außer am Apollotheater auch in Berlin am Metropoltheater, am Staatstheater in Karlin (Tschechoslowakei), hatte einen Vertrag mit Walter Felsenstein an der „Komischen Oper“ und schrieb für den Henschel-Verlag das Buch „Operette“.
 
1957 bekam er die Genehmigung für ein Gastspiel in der Bundesrepublik, in Hagen/Westf. Er nutzte diese Gelegenheit zur Flucht, da seiner Familie ein Weihnachtsbesuch gestattet worden war. Er blieb am Stadttheater Hagen bis 1961. Allerdings kam er immer weniger mit den Arbeitsbedingungen zurecht. Er wechselte zur Werbeagentur McCann, wo er auch mit dem Zeichentrickfilm in Berührung kam.
 
Der Trickfilm sollte sein Metier für die nächsten Jahre bleiben. Ab Mitte der 80-iger Jahre wendete er sich dann hauptsächlich der Illustration und Malerei zu. Er zog für mehrere Jahre nach Spanien und schuf dort ein beachtliches Oevre.
 
Dabei blieben seine Motive dem Theater verbunden. Unzählige Zeichnungen von Tänzerinnen und dem Umfeld des Balletts zeugen davon. Aber auch Landschaften gehörten zu seinen bevorzugten Motiven.
 
Obwohl er selbst immer sperriger wurde, zeigen seine Bilder eine große Sanftheit und eine gewisse Melancholie. Seine Karikaturen hingegen sind teilweise regelrecht bitter. Im Leben war er wohl ein verletzter Romantiker, der mit der Welt schwer zurecht kam. Seine Bilder waren seine Therapie.
 
Er starb am 13. Februar 2005, dem 60. Jahrestag der Bombardierung Dresdens.
 
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